Die Steinsammlung und das Bauhüttenmuseum
Die Hauptaufgabe des Münsterbauvereins und der ihm unterstellten Bauhütte ist die Erhaltung des äußeren Steinwerks des Münsters. Aus dieser Arbeit heraus sind quasi als „Nebenprodukt“ und als Arbeitsmaterial bedeutende Sammlungen entstanden: ausgebaute Steinstücke, Gipsabgüsse von Teilen des Münsters sowie eine Plan- und Fotosammlung.
Seit Bezug des Anwesens Schoferstraße 4 im Jahre 1912 hatte man für die Stein- und Abgusssammlung Ausstellungsräume geschaffen, die der Öffentlichkeit zugänglich waren. Getrennt nach Stein und Gips konnten sich damals die Besucher/-innen in den Räumen, in denen jetzt die Werkstatt und Teile der Büroräume sind, aus unmittelbarer Nähe mit dem Münster beschäftigen. Sinn und Zweck der Sammlungen waren und sind bis heute zunächst die Bewahrung der ausgebauten Stücke und die Konservierung des aktuellen Zustandes in Gips. Darüber hinaus bilden die Sammlungen eine Grundlage zur Forschung am Objekt und seiner Vermittlung.
Heute sind die Stein- und Gipsobjekte auf fünf Etagen in einem Lapidariumsgebäude aus den 1980er Jahren deponiert. Ein Geschoss bildet der Museumsbereich, der im Rahmen von Führungen zugänglich ist. In Abschnitten wird hier zum einen die Arbeit der Steinmetze/-innen veranschaulicht – vom Bearbeiten des Steins bis zum Versatz der restaurierten oder neu gefertigten Stücke. Alte Werkzeuge und Modelle dienen dabei der besseren Vermittlung. Eine Vielzahl von Skulpturen sowie kleineren und größeren Bauteilen gibt zum anderen einen Überblick über die Bau- und Kunstgeschichte der Freiburger Großkirche. Ein Höhepunkt ist die Möglichkeit, mit der mittelalterlichen Hauptturm-Spitze samt Wetterfahne auf einer Höhe zu stehen. Eine weitere Besonderheit ist die Gelegenheit, das Münster im Maßstab von 1:33 zu „Überblicken“: Das große hölzerne Münstermodell aus dem Jahr 1896 zeigt auf beeindruckende Weise die filigrane Architektur und gleichzeitige majestätische Monumentalität des Münsters.



