Die alte Münsterbauhütte

 
Mit Grundsteinlegung des Münsters entstand vor 800 Jahren eine Bauhütte, die damals den Bau, heute die Instandhaltung der Kathedrale verantwortet. Zunächst befand sich die Arbeitsstätte direkt auf dem Bauplatz, ab dem 14. Jh. in Häusern an der Südostseite des Münsters.
Um 1600 errichtete man auf dem Grundstück der Herrenstraße 30 die (Alte) Münsterbauhütte. Das zweigeschossige Gebäude ist nahezu unverändert erhalten: Ungewöhnlich für das heutige Freiburg erscheint das Sichtfachwerk an der Fassade zur Herrenstraße. In der oberen Etage wohnten bis 1915 die beiden Turmwächter, das Erdgeschoss nutzte die Hütte zunächst als offene Halle. Später teilte man den Raum in drei Bereiche: Im südlichen Drittel befanden sich zwei Kalklöschgruben zur Mörtelherstellung, in der Mitte die (Stein-)Werkstatt und im Norden die beheizbare Stube des Werkmeisters. Obwohl die Münsterbauhütte ihren Mittelpunkt bereits 1912 in die Schoferstraße 4 verlegte, arbeiteten Steinmet
ze bis 1959 in der Alten Münsterbauhütte und auf deren Vorplatz. Bis in die 1970er-Jahre lagerten dort Steine, danach bezogen verschiedene Einzelhändler die Hütte. Seit 2000 bietet hier der Münsterladen, betrieben vom Münsterbauverein, Artikel an. Durch deren Kauf unterstützt man den Erhalt des Münsters: Die Erlöse fließen in die Arbeiten am Steinwerk der Kirche.
 
Ende 2020 wurde das Bauhüttenwesen als Immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet. Anlässlich dieser Ehrung veranstaltet das Team der Freiburger Münsterbauhütte viele Aktionen, informiert über Hintergründe und stellt wichtige Stationen ihres Schaffens vor, so auch die Alte Freiburger Münsterbauhütte.